2. Bericht Chiapas: Vertriebene in Chalchihuitán

Ende Mai bis Anfang Juni war ich für zwei Wochen im chiapanekischen Landkreis Chalchihuitán. In diesem Landkreis wurden im Oktober letzten Jahres 5000 indigenen Menschen von paramilitärischen Gruppen gewaltsam vertrieben. Bis heute konnten viele nicht in ihre Häuser zurückkehren und leben in neun notdürftig errichteten Camps unter menschenunwürdigen und prekären Bedingungen. Die Regierung bleibt untätig und erkennt die Aggressionen und die Vertreibung nicht an, obwohl diese vor 45 Jahren den Konflikt provozierte und immer mehr schürte.

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1. Bericht Chiapas: Wer sind die Abejas/Bienen eigentlich?

– Die Abejas und die Aggressorinnen –

Zusammenfassung der Aggression gegenüber den Abejas am 21. April 2018

Im Vorfeld der Agression gab es das Gerücht, dass die Gruppe „Sembradores de paz“ am Eingang zum Gelände des Verwaltungssitzes der Abejas ein Bürogebäude bauen und Teile des Gebietes der Abejas ökologisch nutzen wollten. Einige Bereiche hatten sie bereits von Gräsern befreit, um Kaffee anzubauen. Am Morgen des 21. April 2018 wurden dann vier Grenzpflanzen (Yuccapflanze), auf dem Territorium der Abejas, von den „Sembradores de paz“ gepflanzt, um ein Gebiet zu markieren, was sie für sich beanspruchen wollen. Woraufhin die Abejas einen Stacheldrahtzaun rings um ihr Gebiet errichteten und ein Holzhaus an die Stelle setzten, wo die „Sembradores de paz“ planen ein Büro zu bauen. Bewaffnete Personen haben dann am Abend des selben Tages den Sitz der Organisation „Sociedad Civil Las Abejas de Acteal“ (Zivilgesellschaftliche Organisation Die Bienen aus Acteal) in Acteal angegriffen und bedrohen weiterhin Leben und Sicherheit der Mitglieder der Abejas. Bewaffnet mit Waffen, Stöcken und Steinen zerstörten sie erst den Zaun, dann das Holzhaus auf dem Grundstück der Abejas und feuerten Schüsse in die Luft ab. Die bewaffneten Personen, die Zaun und Haus zerstörten, sind Mitglieder der Partido Verde (Grüne Partei Mexikos) und stehen in enger Verbindung zu der Gruppe der „Sembradores de paz“, sind vermutlich von ihnen für die Aggression beauftragt worden. Auch wurden vor der bewaffneten Zerstörung Schüsse aus dem Haus eines Mitglieds der Partido Verde abgegeben. Die Abejas – viele durch das Massaker am 22.Dezember 1997 traumatisiert – fühlten sich an das Massaker erinnert, bei dem 45 Mitglieder ihrer Organisation von einer paramilitärischen Gruppe unter Kooperation und Duldung des mexikanischen Staates erschossen wurden.

Zerstörtes Haus der Abejas am Eingang des Verwaltungssitzes

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