Nachbarschaft – direkt, demokratisch, solidarisch

Soziales Zentrum Skulio (Thessaloniki/Griechenland)

Vortrag und Diskussion über Basisdemokratie und Nachbarschaftshilfe mit FEMINTA IOSIFIDOU vom sozialen Zentrum Skulio (Thessaloniki/Griechenland)

Wann: 05. Mai 2017 / 18 Uhr
Wo: Internationalistisches Zentrum Dresden
Riesaer Straße 32 / Heidestraße 1 in 01127 Dresden
Im Rahmen der Eröffnung des Zentralwerks

Krise, Sparmaßnahmen, Flucht: Griechenland ist in den letzten Monaten zwar aus dem Blickfeld des öffentlichen Interesses verschwunden, dennoch passiert noch immer einiges in diesem südlichen Peripheriestaat der Europäischen Union. Mit der Krise kam es zu Massenprotesten, Großdemonstrationen und Generalstreiks. Sie wendeten die Durchsetzung der Sparmaßnahmen und damit die Verarmung breiter Teile der Bevölkerung jedoch nicht ab. Und obwohl dieser Tage Demokratie und Solidarität auch hierzulande häufig und pathetisch benutzte Wörter sind, ist die Realität unserer Gesellschaften weit davon entfernt, die damit verbundenen Versprechen einzulösen. Man spricht von politikfernen Bürger*innen oder von bürger*innenferner Politik und Solidarität endet sowieso viel zu oft am Gartentor.

Doch es geht auch ganz anders: Viele Menschen machten sich auf die Suche nach Wegen, die über die klassischen Demonstrationen und Generalstreiks hinaus gehen. Es entstanden nachbarschaftliche Suppenküchen, die ihr Essen umsonst zur Verfügung stellen, solidarische Gesundheitszentren, die vielen Menschen eine medizinische Grundversorgung gewährleisten und vieler Orts wurden Häuser mit und für Geflüchtete besetzt und soziale Zentren errichtet.

Feminta Iosifidou ist im Sozialen Zentrum Skulio aktiv. Sie wird über ihre Erfahrungen beim Aufbau nachbarschaftlicher und solidarischer Strukturen berichten und sich gemeinsam mit uns die Fragen stellen: Wie können wir im Hier und Jetzt das andere Leben aufbauen und Netzwerke weben, die über die Gesellschaft der Ausbeutung und Konkurrenz hinausweisen? Welche Erfolge konnte ihr Zentrum erzielen und welche Probleme gibt es? Welche Rolle spielt libertäres Lernen dabei? Und wie schaffen wir es, dass diese Projekte nicht durch den Kapitalismus vereinnahmt werden und gar dazu beitragen den unerträglichen Ist-Zustand zu zementieren.

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