Textreihe Internationalismus Teil 1 (I)

Paul Klee: Angelus Novus, 1920

– Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft globaler Gegenmacht –

 

“Wir brauchen Historie, aber wir brauchen sie anders, als sie der verwöhnte Müßiggänger im Garten des Wissens braucht.”

(Friedrich Nietzsche)

“Nur dem Geschichtsschreiber wohnt die Gabe bei, im Vergangenen den Funken der Hoffnung anzufachen, der davon durchdrungen ist: auch die Toten werden vor dem Feind, wenn er siegt, nicht sicher sein.”

(Walter Benjamin)

Vorwort

Die Textreihe hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist nicht unser Ziel alle historischen Details darzulegen – das können und wollen wir auch nicht. Vielmehr geht es uns darum, schlaglichtartig die Geschichte des Internationalismus zu beleuchten und ein Basiswissen über diese zu verbreiten und anwendbar zu machen. Nach jedem Teil der Textreihe, werden wir ein Resumee ziehen und damit, so unser Anliegen und Wunsch, einen Debattenbeitrag zu dem Thema liefern. Außerdem wollen wir durch die Arbeit an der Textreihe, unsere eigenen Vorstellungen von einem neuen Internationalismus schärfen und theoretische Grundlagen für eine mögliche Praxis entwicklen. Denn in der Vergangenheit liegt die Möglichkeit die Jetztzeit, wie Walter Benjamin es nannte, aus dem Kontinuum der Geschichte herauszusprengen und Befreiungsperspektiven zu öffnen. [1]

Einführung

Zur Notwendigkeit der Rekonfiguration des Internationalismus

Ein gutes Jahr ist es her, seit wir uns entschlossen haben, das Internationalistische Zentrum Dresden zu gründen. In unserem Selbstverständis steht: “Wir werden in Dresden einen Ort schaffen, der  den ‘glokalen’ (global und lokal) Austausch fördern kann. Es soll ein Raum für emanzipatorische Ideen und radikale Kritik entstehen: Eine Einladung, Perspektiven zu wechseln und so zu ermöglichen, Mechanismen verschiedener Herrschaftsformen zu verstehen und konkrete Gegenstrategien in Theorie und Praxis zu entwickeln.” [2] Dieser Idee folgend ist es notwendig, sich auch theoretisch mit dem Paradigma des Internationalismus kritisch-historisch auseinanderzusetzen und darauf aufbauend Beiträge innerhalb einer linken Debatte über eine Neubestimmung des Internationalismus zu leisten. Ob es unsere Arbeit innerhalb der europaweiten antiautoritären Plattform Beyond Europe [3], unsere (Delegations-)Reisen nach Griechenland [4] oder die Debatten innerhalb von “…ums Ganze!” [5] betrifft: Überall taucht die Frage danach auf, wie eine gemeinsame, globale und antagonistische Bewegung aussehen könnte, die der Barbarei des Ist-Zustands etwas entgegensetzt. Eine Bewegung, die in der Lage ist, die Logik des Kapitals herauszufordern und letztlich zu überwinden. Zunehmend setzt sich dabei (wieder) die Erkenntnis durch, dass es einen globalen Informationsaustausch, gemeinsame Strategien und Kämpfe braucht, um emanzipatorische Perspektiven überhaupt erst denken zu können.

Risse, soziale Beziehungen und affektive Netzwerke – den Aufstand global möglich machen!

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Hungerstreik von syrischen Aktivist*innen

Kurz vor den Einheitsfeierlichkeiten am 3.Oktober kommt es auf der Pragerstraße zu einem Hungerstreik gegen die Bombardierung von Aleppo und den Krieg in Syrien. Eine Gruppe “unabhängiger syrischer Jugendlicher” demonstriert damit gegen “das Blutvergießen in Syrien, die Bombardierung von Zivilist*innen” und die “schweigende Weltöffentlichkeit”. Darüberhinaus soll hier auch der restriktiv geregelte Familiennachzug und der unseglichen EU-Türkei-Deal angesprochen sein. Wir unterstützen das Anliegen der Aktivist*innen, veröffentlichen auf diesem Weg den VERTEILTEN FLYER und weisen nochmal darauf hin:

Die “Brücken”, die in Dresden bis zum 3. Oktober gefeiert werden, sind Brücken für Waffenexport, Rohstofflieferung, sonstigen “Flachbildscheiß” (Goldene Zitronen) und für die Anerkennung von Diktator*innen, Monarch*innen und Autokrat*innen. Es sind keinesfalls menschenfreundliche Brücken, die eine Flucht in Würde ermöglichen.

Findet ihr das zu polemisch?

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Flucht, Migration und Selbstorganisierung in Griechenland

Artikel im Antifa Info Blatt Nummer 111 Sommer 2016

Im Dezember 2015 traten wir – das Internationalistische Zentrum – eine Reise durch Griechenland an, die in Eidomeni, Thessaloniki, die Inseln Lesbos und Xios, sowie die Hauptstadt Athen, Halt machte. Vom Standpunkt einer solchen »politischen Solidarität« [1] mit Geflüchteten war es für uns von besonderem Interesse, inwieweit sich Geflüchtete selbst organisieren bzw. ob es gemeinsame Diskussionen, Standpunkte, Projekte und Kämpfe von Geflüchteten und dem sog. antiautoritären Raum [2] gibt. Mithilfe unserer Genoss*innen in Griechenland gelang es uns, in kurzer Zeit tiefe Einblicke in in die Situationen vor Ort zu bekommen.

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Interview mit AusserKontrolle in der “Moment” // Rozhovor s drážďanskou skupinou Ausser Kontrolle

Für die neue Ausgabe der “Moment”, dem Magazin unserer Prager Genoss*innen der “Iniciativa Ne Rasismu!”, haben wir ein Interview gegeben, das ihr hier lesen könnt.


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Ein Interview mit der Dresdner Gruppe “Außer Kontrolle”

Mit den Antifaschist_innen von Ausser Kontrolle haben wir über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten internationaler Zusammenarbeit linksradikaler Gruppen gesprochen, über gemeinsame historische Erfahrungen und über die schwierigen Bedingungen für Aktivist_innen in Sachsen.

S antifašisty a antifašistkami z Ausser Kontrolle jsme si povídali o možnostech a úskalích mezinárodní spolupráce radikálně levicových skupin, společné historické zkušenosti i o nelehkých podmínkách aktivistů v Sasku.

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Delegationsreise Griechenland: Artikel für die ZAG

Die ZAG 71 “Flucht und Versagen” ist da und neben vielen anderen sehr interessanten Sachen, findet ihr darin auch einen Artikel von uns. Wir haben für diese Ausgabe versucht einen groben Überblick über unsere Delegationsreise nach Griechenland zu geben und verschiedene Gedanken zu Handlungsmöglichkeiten festgehalten.In der Zwischenzeit ist viel passiert, die Zustände in Eidomeni oder auf der Insel Lesbos haben sich durch die menschenverachtende Politik der EU weiter rapide verschlechtert. Deswegen sind einige von uns beschriebenen Situationen und Umstände nicht mehr ganz aktuell.

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Erklärung zur Soli-Party am 19.03. im AZ Conni und Aufruf zum Spenden

Wir senden unsere wärmsten Grüße an die Freund*innen und Genoss*innen  des Orfanotrofio, Micropolis und an alle Menschen die aktiv für das Recht auf globale Bewegungsfreiheit und für ein Leben in Würde kämpfen. Ihr seid nicht allein!

Wir haben es alle gesehen. Die “Balkanroute” ist versperrt. Die Grenzen sind dicht. Die Situation in Eidomeni ist dramatisch. Diese Katastrophe ist menschengemacht und war vorauszusehen. Während wir hier im Wohlstand schwelge zwingt man zehntausende Menschen im Regen und Dreck auszuharren. Der Umgang mit Flüchtenden ist menschenverachtend, daran gibt es keine Zweifel und andere Worte wären Untertreibung. Doch es gibt auch Menschen die sich aktiv gegen die Politik und Ausgrenzung in einem Europa des Kapitals stellen.

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Redebeitrag “Solidarity without limits”

Wir halten hier unseren Redebeitrag, der auf der Demo “Grenzenlose Solidarität – Solidarity without limits” am 06. Februra 2016 gehalten wurde, fest. Ein gemeinsame Erklärung zu dem Aktionstag findet ihr auf dem Blog des Bündnisses. In Dresden waren ca. 2000 Menschen auf der Straße, um der Abschottungspolitik und dem rassistischen Straßenmob eine Absage zu erteilen.

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Für ein “Internationalistisches Zentrum” in Dresden

Die Zeiten sind unsicherer geworden! Momentan erleben wir eine multiple Krise – ökologischer und sozialer Natur – der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaften, die sich zu einer Weltsystemkrise des Kapitalismus zugespitzt hat und mit dem immer offenkundigeren Versagen der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie zusammenhängt.

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