Tag der Revolution – Aufruf zu globalen Aktionstagen am 18. und 19. Juli

Als Women Defend Rojava rufen wir gemeinsam mit RiseUp4Rojava und der Internationalistischen Kommune sowie Make Rojava Green Again zu globalen Aktionstagen am 18. und 19. Juli auf. Der 19. Juli ist der 8. Jahrestag der Revolution in Rojava. Wir wollen diesen Tag auch zum Anlass nehmen, ihn mit anderen Revolutionen unserer Geschichte, wie der nicaraguanischen und der spanischen Revolution, sowie anderen Kämpfen auf der ganzen Welt zu verbinden. Deshalb rufen wir zu kreativen Aktionen an diesen beiden Tagen auf, um unseren Kämpfen gegen Kolonialismus, Faschismus, Patriarchat und Femizide, Umweltzerstörung und allen Formen der Unterdrückung in der ganzen Welt einen starken gemeinsamen Ausdruck zu geben und die Revolution fortzusetzen.

Am 19.07. wird es unter anderem auch in Leipzig um 16Uhr eine Demonstration zum Tag der Revolution geben. Startpunkt ist der Willy-Brandt-Platz. Gemeinsam mit Euch wollen wir an der Demonstation teilnehmen und gegen Kolonialismus, Faschismus, das Patriarchat und Femizide, ökologische Zerstörung und alle Formen der Unterdrückung auf die Straße gehen. Wir treffen uns 14Uhr am Bahnhof Neustadt am Haupteingang. Bringt Fahnen und Banner mit!

xxxDemonstration zum Tag der Revolutionxxx
Sonntag 19.07. Leipzig
Zugtreffpunkt – 14Uhr Bahnhof Dresden Neustadt

We RISE UP 4 THE REVOLUTION!
Jin Jiyan Azadî!

Hier findet ihr den offiziellen Aufruf von Women Defend Rojava, RiseUp4Rojava und der Internationalistischen Kommune sowie Make Rojava Green Again zu globalen Aktionstagen.

de_Call-wdrcomr4r_18-19-July2020-1

Content’n’Demo zum Thema “Mieter*innen”

Das IZ möchte euch auf ein paar Veranstaltungen diese Woche hinweisen.

Organisiert werden die Veranstaltungen von dem Mietwahnsinn-Stoppen Bündnis Dresden und verärgerten Mieter*innen.

*Sonntag, 12.07. 19-20 Uhr* diskutieren wir auf coloradio  98,4 & 99,3
MHz oder online
<https://programm.coloradio.org/agenda/#2020-07-19>darüber, *was
Milieuschutzgebiete sind* und was sie *Mieter*innen für Vorteile*
bringen könnten. Ebenfalls diskutieren wir u.a. mit “Leipzig – Stadt Für
Alle” wie über die Ausweisung von Milieuschutzgebieten die
*Vergesellschaftung von Wohnraum* erfolgen kann und wo vielleicht auch
Grenzen liegen.

Außerdem erhalten wir einen Einblick in die Mieter*innenkämpfe der
Stauffenbergallee. Diese wurde kürzlich von einem großen Player auf dem
Dresdner Immobilienmarkt, der Palasax GmbH gekauft. Es ist anzunehmen,
dass die Stauffenbergallee ein weiteres Gentrifications-Projekt der
Palasax GmbH zur Umwandlung von günstigen Mietwohnungen in hochpreisige
Eigentumswohnungen wird – Entmietung & Zerstörung der gewachsenen
Mieter*innengemeinschaft inklusive. So drangsaliert die palasax GmbH die
Bewohner*innen bereits mit Ignorieren von dringend nötigen Sanierungen
und Zwangsräumungen – diese geben jedoch nicht auf und sagen dem
Vermieter den Kampf an.

*Montag, 13.07. 16 Uhr* Aktionstreffen

Wir wollen gemeinsam am Mo, den 13.07, ab 16 Uhr auf der Stauffenbergallee 35 Transparente, Schilder und Fahnen basteln. Diese sollen auf der Rad-Demonstration (16.07 16:00Uhr) zum Einsatz kommen. Es sind nur kleine Mengen an Material zum Verarbeiten vorhanden, also bringt doch einfach noch alte Stoffe/Pappen oder was ihr basteln möchtet mit. Wenn jede*r etwas zum Essen mitbringt, können wir noch zusammen Essen, wenn wir fertig sind.

*Donnerstag, 16.07. startet 16 Uhr* an der Stauffenbergallee 31 unsere
*Raddemonstration unter dem Motto “Unsere Wohnungen sind keine
Spekulationsobjekte”*.

Anwohnerinnen und Anwohner der Stauffenbergallee rufen zusammen mit dem
Dresdner Bündnis MietenwahnsinnStoppen!  zu einem breiten Protest gegen
Palasax, Vonovia & Co. und für die Vergesellschaftung von Wohnraum auf.

Hintergrund ist der jahrelange Kampf um den Erhalt der bestehenden
Mietverhältnisse in der Wohnanlage „Stauffenbergallee 29-71“, aktuelle
Zwangsräumungen von Wohnungen trotz Corona sowie die fehlende
Mitbestimmung von Mieter:innen über ihren Wohnraum.

Am 16. Juli beginnt die Fahrraddemo an der Stauffenbergallee 29-41 in
Dresden Neustadt und zieht von dort in Form einer Raddemonstration zum
Rathaus um dort die längst versprochenen Milieuschutzsatzungen
einzufordern, auf die unerträglichen Bedingungen in den Häusern
hinzuweisen und das Rathaus symbolisch zum Handeln für uns Mieter:innen
aufzufordern. Auch die Vermieterinnen Palasax und Vonovia werden wir bei
Zwischenstopps auf unsere Unzufriedenheit hinweisen.

Unsere Forderungen lauten u.a.:

* Milieuschutzgebiete für die besonders von Verdrängung betroffenen
Stadtteile. Mindestens für die Neustadt, Löbtau , Johannstadt &
Friedrichstadt
* Konsequentes Ausnutzen des Vorkaufsrecht durch die Stadt und
Weitergabe an gemeinwohlorientierte Akteure
* Einführung einer wirksamen Mietpreisbremse in Form eines Mietendeckels
* Keine Zwangsräumungen und Abschiebungen aus unseren Stadtteilen!

Hört rein – kommt zur Demo! Zusammen gegen Verdrängung aus unseren
Stadtteilen.

Leitet die Einladung weiter, teilt den Aufruf bei Facebook & Twitter.

Mehr Infos unter https://dresden.mietenwahnsinn-stoppen.de/

Twitter: https://twitter.com/RaS_dd & https://twitter.com/lobtau_stadt

Youtube: Dresden Mietenwahnsinn-stoppen
<https://www.youtube.com/channel/UCvyd-F98Wi7Ie9ium1b70Lg>

Facebook: Dresdens MietenwahnsinnStoppen!

4. Juli Gedenken an die drei ermordeten kurdischen Frauen

Gedenkveranstaltung | 4.Juli | 17 Uhr Jorge- Gomondai-Platz

In Gedenken an die drei ermordeten Frauen Zehra Berkel, Hebûn Mele Xelîl und Amina Waysî findet eine  Kundgebung am 04.07.2020 um 17 Uhr auf den Jorge-Gomondai-Platz statt.

Seit Mitte Juni greift die türkische Armee unter dem Operationsnamen “Adlerklaue” erneut jesidische und kurdische Gebiete wie beispielsweise die Sengal-Region im Nordirak und die Kandilberge an. Die drei Frauen wurden am 23. Juni im Haus von Amina Waysî in Kobane bei einem Luftangriff durch türkische Drohnen getötet. Zehra Berkel und Hebûn Mele Xelîl waren Teil der Frauenbewegung Kongra Star und sie alle waren Teil der Frauenrevolution. Es zeigt sich, dass die Ermordung nicht nur ein Angriff auf die kurdische Freiheitsbewegung ist, sondern auch gezielt gegen die Selbstorganisierung von Frauen gerichetet ist.

Kommt deshalb am 04.07.2020 um 17 Uhr in schwarzer Kleidung zur Gedenkveranstaltung.

BIJÎ YEKITIYA JINÊN RÊXISTINKIRÎ, TEKOŞER Û AZADÎXWAZ – Long live the resistance of women who organise, struggle, and seek freedom!

Vernissage “Bilder von Kurden in türkischen Gefängnissen gemalt”

Vernissage | Sonntag 28.06. | 12 Uhr | Verein deutsch-kurdischer Begegnung e.V. | Oschatzer Straße 26

Ab 28.06. sind 32 Gemälde und 11 Grafiken von sieben türkischen Kurd*innen, die mit hohen bis lebenslänglichen Freiheitsstrafen in türkischen Gefängnissen sitzen, im Verein deutsch-kurdischer Begegnung zu sehen. Einmal wöchentlich bekommen die Gefangenen für 2 Stunde die Gelegenheit, sich künstlerisch auszuprobieren.

Auf sehr persönlichen Wegen sind diese Bilder der Vorbereitungsgruppe zur Ansicht gekommen. Sie wollen mit der Ausstellung dieser Bilder auf die Schicksale und Hoffnungen dieser kurdischen Frauen und Männer aufmerksam machen.

Die Ausstellung wird voraussichtlich für 2 Monate täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr zu besichtigen sein.

Bei der gleichzeitigen Zahl von Besucher*innen wird in den Räumen auf die durch Corona bedingten Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen geachtet.

Bei der Vernissage werden kurdischen Gerichte angeboten, Musiker spielen auf und wir hoffen auf interessante Gespräche.

Juko 2020 – Antifa for Future

Hiermit unterstützen und teilen wir den Aufruf zum 5. antifaschistischen Jugendkongress vom 25. – 27.09. in Chemnitz.

2020 geht der antifaschistische Jugendkongress in die 5. Runde, wir feiern Jubiläum und uns allen ist klar “Antifa for future” heißt Antifa is future. Wie jedes Jahr treffen wir uns im AJZ Chemnitz, diesmal vom 25. – 27. September. Der Kongress ist offen für alle Menschen, egal ob ihr gerade erst politisch aktiv werdet oder schon lange dabei seid. Deshalb wird es zusätzlich zu den Einstiegsvorträgen- und Workshops auch ein aufbauendes und weiterführendes Angebot geben. Vieles wird neu sein, was bleibt, ist die Notwendigkeit der gemeinsamen antifaschistischen Organisation. Darum soll der Kongresscharakter gestärkt werden und es wird mehr Raum für Gespräche und den Austausch unter den Teilnehmer*innen geben. Gemeinsam wollen wir uns zu Themen rund um Feminismus, Klimagerechtigkeit sowie Antirassismus bilden, darüber diskutieren und uns vernetzen. „Juko 2020 – Antifa for Future“ weiterlesen

Justice for George Floyd – fight the racist state, its cops and white supremacy!

als Basisgruppe Internationalismus und Teil von …ums Ganze möchten wir diesen Beitrag mit euch teilen

Nachdem in Minneapolis, Minnesota ein weißer Cop unter den Augen von drei Kollegen den Afroamerikaner George Floyd erstickt hat, brennt das halbe Land. Nicht, dass es der erste rassistische Mord der amerikanischen Polizei war, es war nicht einmal der erste in diesem Jahr und nicht der letzte seitdem. Es war nur eben einer zu viel.

In der Nacht nach der Ermordung von George brachen in allen möglichen Städten in den USA Proteste aus, die sich schnell zuspitzten. Die Proteste wurden aus den schwarzen Communities amerikanischer Großstädte heraus organisiert und stießen schnell auf eine große Welle der Solidarität. Nachdem Trump zunächst Beileid geheuchelt und Aufklärung des Mordes gefordert hat, ist die Maske jetzt gefallen: Bibel schwingend beteuert der Autokrat, es handele sich bei den Protesten um Terror, gegen den er – nach dem in den meisten Bundesstaaten schon die Nationalgarde mobilisiert wurde – jetzt das Militär in Stellung bringen will. Frei nach dem Motto „when the looting starts, the shooting starts“, will Trump die sozialen Unruhen schlicht und ergreifend niederschlagen. In diesem Atemzug soll es dann auch direkt der Antifa an den Kragen, die er für die Proteste verantwortlich macht und von denen er eh längst wusste, dass sie kommunistische und anarchistische Aufrührer*innen sind. Fair enough! Aber während die Prügelorgien auf den amerikanischen Straßen weiter gehen, führt Trump einen Feldzug gegen diejenigen, die sich der entfesselten Staatsgewalt in den Weg stellen. „Justice for George Floyd – fight the racist state, its cops and white supremacy!“ weiterlesen

Nein zu Rassismus – Demonstration 6.6. 14 Uhr Altmarkt

Wie in ganz Deutschland, wird am Samstag (6.6.), eine Demo hier in Dresden geplant. Wir sind ein Zusammenschluss ganz unterschiedlicher Akteur:innen, doch was uns eint ist, dass wir genug haben von strukturellem Rassismus und Polizeigewalt – egal wo!
Kommt mit auf die Straße! In Gedenken an den von der Polizei ermordeten George Floyd, fordern wir euch auf schwarze Kleidung zu tragen. Vergesst eure Mund-Nasen Bedeckung nicht.
NO JUSTICE – NO PEACE!
——————————————————————————–
Like in the rest of Germany, a demo is planned for Saturday, here in Dresden. We are a union of very different actors, but what unites us is that we have enough of structural racism and police violence – no matter where!
Come along on the street! In memory of George Floyd, who was murdered by the police, we ask you to wear black clothes. Don’t forget your mouth and nose cover.
NO JUSTICE – NO PEACE!

Europe – Nothing but a shame – Statements by youngsters from Moria

Hier teilen wir den Beitrag der antiautoritären europaweiten Plattform Beyond Europe

english version

Seit mehr als zwei Wochen befinden sich die Jugendlichen von fridays for future in Deutschland im Hungerstreik. Von Anfang an versuchten sie aus Deutschland Kontakt zu den Jugendlichen im Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 19. Mai haben Jugendliche aus dem Lager Moria sehr bewegende Erklärungen vorbereitet und verlesen. Zwei Jugendliche aus der deutschen Kleinstadt Landau riefen unter dem Namen “Colored Rain” dazu auf sich ihrem Protest anzuschließen. Eher gesagt als getan: Ein weiterer Hungerstreik einer Person aus Dresden folgte. Auch in Trier beteiligten sich zwei weitere Aktivisten an der Aktion. Am 19. Mai wurde der Hungerstreik in Landau mit einem Protestmarsch in die Landeshauptstadt Mainz beendet. Dort wurden ihre Forderungen symbolisch an die Landesregierung übergeben. Zuvor hatte der Aktivist aus Dresden seine Aktion bereits beendet, waehrend der Hungerstreik in Trier weitergeht.

Die Jugendlichen kritisierten vor allem die Untätigkeit der Politiker*innen bei der Umsetzung der Forderung nach einer Evakuierung der Lager. Auch wenn der Hungerstreik nun teilweise beendet ist, ist der Austausch zwischen den jungen Genoss*innen aus Deutschland und Moria weiterhin aktiv. Dies ist eine wichtige Sache, um sich gegenseitig zu stärken und ein gemeinsames Verständnis für einen gemeinsamen Kampf gegen das Grenzregime zu schaffen.

Die Situation hat sich nicht verbessert. Das europäische Migrationsregime ist zu tief unmenschlich, Moria ist ein Beispiel dafür. Lasst uns also gemeinsam kämpfen, um der Politik der Ausgrenzung und Entmenschlichung entgegenzuwirken. Die Worte der jungen Menschen in Moria fordern uns auf, diesen Kampf nicht aufzugeben!

Alireza (17)
Moria Refugee Camp, Greece, 19th of May

Usually people describe happiness as improvement, or they say if you want to have a happy life you should live in the moment, but when I look at my situation in the camp, I realize I am going backward instead of improving and I am experiencing a bad period of life, I don’t know, maybe this is my punishment because of I was born as an immigrant.

„Europe – Nothing but a shame – Statements by youngsters from Moria“ weiterlesen

Call for Cash

SPENDENAUFRUF FÜR INTERNATIONALIST*INNEN

Am 25. Oktober 2019 besetzten 13 Internationalist*innen erfolgreich das CDU-Wahlkreisbüro in Chemnitz. Nun laufen Ermittlungen gegen alle Beteiligten durch Polizeibehörden, LKA und Staatsschutz.

Anlässlich der am 9. Oktober 2019 eingeleiteten türkischen Militäroffensive gegen die Menschen in Nord- und Ostsyrien (Rojava), welche keinesfalls der „Grenzsicherung“, sondern faktisch der Vernichtung der kurdischen Identität und aller kurdischen, besonders im Zuge der Revolution in Rojava geschaffenen Errungenschaften, dienen soll, sowie aufgrund der politischen, wirtschaftlichen und personellen Verbindungen der BRD mit der faschistischen türkischen Präsidialdiktatur, sahen wir uns in Solidarität mit den Menschen in Rojava gezwungen, Protest zu verüben. Dieser unmenschliche Vernichtungsfeldzug der Türkei gegen die Menschen in Kurdistan reiht sich ein in eine jahrzehntelange Tradition des Genozids und Feminizids an Kurd*innen, Jesid*innen, Armenier*innen und vielen anderen unterdrückten Minderheiten in Westasien. Im April 2018 gelang es dem türkischen Staat mit einer Armee aus Dschihadisten unter Einsatz von deutschen Panzern und Kriegstechnik nach dreimonatigen Kämpfen mit den YPG/YPJ die Stadt Êfrin völkerrechtswidrig zu annektieren. Nun befindet sich die gefallene Stadt unter Schreckensherrschaft von religiösen Fundamentalisten und die AKP setzt sich zum Ziel, durch Ansiedlung von IS-Familien und arabischen Geflüchteten die Demografie der Region nachhaltig zu ändern – und Kurd*innen von der Karte zu tilgen. „Call for Cash“ weiterlesen

Call 4 Support!

Ein tierisch heißer Prozess – #SquatsNotCourts

Vom 17.01.2020 bis 22.01.2020 wurde in der Dresdner Neustadt ein Gelände mit drei Häusern besetzt. Ziel war unter anderem ein Wohnprojekt, ein kulturelles Zentrum und einen Ort der unkommerziellen Bildung zu schaffen. Nach der gewaltsamen Räumung durch die Cops wurde gegen alle Menschen, die sich in den Häusern und auf dem Gelände aufhielten, Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gestellt. Nun kommt es, früher als erwartet, zu den ersten Prozessen. Bereits am 11 .05. stehen zwei Menschen vor Gericht, die an der, als “Putzi” bekannt gewordenen, Besetzung teilgenommen haben sollen.

Häuser besetzen ist legitim und notwendig!
In den Städten mangelt es an bezahlbarem Raum. Auch in Dresden ist es schwierig, Wohnungen, Orte der Kreativität, des kulturellen Austausches oder der Bildung zu schaffen und zu erhalten. Vor allem selbstverwaltete, basisdemokratische und unkommerzielle Projekte haben kaum Platz. Wir leben in einer Stadt des Kapitals und der Gleichförmigkeit, in der nur wenige Lebensformen akzeptiert werden und stattfinden können. Diese Entwicklung schließt Menschen aus und verdrängt sie mit ihren Ideen aus der Stadt. Die aktuelle Pandemie wirkt auf diese Entwicklung wie ein Brennglas, welches bestehende Probleme noch offensichtlicher macht. Der Bedarf an Rückzugsräumen ist größer denn je. Gesellschaftlich ausgeschlossene und herabgesetzte Personen, Wohnungslose, die Menschen in den griechischen Lagern oder Betroffene häuslicher Gewalt könnten Räume haben. Trotz allem stehen überall Häuser leer und verfallen. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch der Leerstand immer gleichermaßen sinnlos. So stand auch das besetzte Gelände auf der Königsbrücker Straße zum Teil seit 30 Jahren leer. Wir fordern eine Stadt, die sich an den Bedürfnissen Aller orientiert und in der Platz für jeden Menschen ist. Putzi hätte ein solcher Ort werden können. Deshalb war die Besetzung richtig und wichtig.

Die politische Kriminalisierung von Hausbesetzungen
Hausbesetzungen haben eine lange Tradition in der Protestgeschichte verschiedenster Bewegungen. Eine ebenso lange Geschichte hat auch ihre Kriminalisierung. Schon immer waren sie verbunden mit Polizeigewalt, politischen Prozessen und absurden Verurteilungen. Absurderweise trifft die strafrechtliche Verfolgung dabei diejenigen, die gemeinsam versuchen Leerstand wieder nutzbar zu machen und so vielen Problemen der Städte aktiv entgegenzuwirken. Wohl auch um dieses Missverhältnis zu verschleiern, wird nun versucht die Prozesse gegen die ehemaligen “Putzi”-Besetzenden möglichst schnell und geräuschlos über die Bühne zu bringen. Die ungewöhnlich kurze Zeit der Vorladungen, das Verhandeln innerhalb der aktuellen Krise und die Tatsache, dass alle Menschen in Einzelprozessen angeklagt werden, es also keine Gruppenprozesse gibt, sprechen dafür. Deshalb ist es wichtig, den Prozess in die Öffentlichkeit zu ziehen. Ebenso wichtig ist es, diesen Prozess als einen politischen zu begreifen, der einmal mehr zeigt, dass in dieser Gesellschaft das Eigentumsrecht mehr wert ist, als die Bedürfnisse der Menschen. Kein Squat ist illegal! Die Nutzung von Leerstand ist kein Verbrechen!

Lasst “Putzi” endlich frei!
Fünf Tage hatten wir zusammen Zeit, das Gelände auf der Königsbrücker Straße 12 bis 16 zu beleben. Schnell zeigte sich, was mit vielen Menschen zusammen entstehen kann. Auch von der Nachbar*innenschaft gab es viel positives Feedback. Der Gesprächsverweigerung von Der ARGENTA Unternehmensgruppe mit den Besetzenden und die motivierte Durchsetzung der Eigentumsverhältnisse durch sächsische Polizei und SEK sorgten dafür, dass das Gelände nun wieder leersteht, die Häuser verfallen und der Garten verrottet. Ebenso ist es ARGENTA zu verdanken, dass den Besetzenden nun Verurteilungen drohen, da Strafanzeige gestellt wurde. Es ist ein untragbarer Zustand, dass “Putzi” wieder leer steht. Es liegt immernoch ein Nutzungskonzept vor und die Zeit der Besetzung hat gezeigt, wie schnell dort etwas großartiges entstehen kann. Wir fordern Putzi zurück!

Was jetzt getan werden kann:
– Kohle: Sollte es zu Verurteilungen kommen, kommen ziemlich hohe Kosten auf die Menschen zu. Die ersten Strafbefehle beliefen sich auf 2000€ pro Person. Bei über 10 Personen ist das eine ganze Menge Geld, die wir gemeinsam tragen wollen. Sammelt Kohle und spendet sie an:

Rote Hilfe Dresden
IBAN DE72 3601 0043 0609 7604 34
BIC PBNKDEFF
Kennwort: Tiere

– Soliaktionen: Zeigt den Menschen, die bald auf der Anklagebank sitzen, dass sie nicht allein sind. Schickt Solifotos an Wir besetzen Dresden, sucht euch Büros oder Baustellen der Argenta Group (Eigentümerin des “Putzi”-Geländes) in eurer Stadt oder besetzt etwas. Werdet aktiv und kreativ, denn nur gemeinsam sind wir stark!
– Öffentlichkeit: Verbreitet den Prozesstermin, die Aufruftexte, etc. über alle eure Kanäle. Kommt zum Prozess. Fragt befreundete und solidarische Journalist*innen, ob sie nicht darüber schreiben wollen. Wir stehen auch gern für Interviews bereit. In diesem Sinne: Solidarität ist unsere stärkste Waffe.

Liebe Grüße
WirbesetzenDresden