IZ goes NBC

Das IZ Dresden ist seit dem 11.7. auf dem Weg zum No Border Camp (NBC) nach Thessaloniki. Zusammen mit dem „No-Border-Camp Convoy“ ab Frankfurt/Main fahren wir über Mailand und Ancona nach Griechenland, wo am 15.7. das No Border Camp beginnt. Über die Gruppe AusserKontrolle waren wir Teil der Vorbereitung und werden uns auch vor Ort über die antikapitalistische antiautoritäre Plattform „Beyond Europe“ an der Gestaltung des Camps aktiv beteiligen.

Mit dem No Border Camp in Thessaloniki sollen hunderte Menschen die Möglichkeit bekommen, all die getane Arbeit und die gesammelten Erfahrungen der letzten Monate und Jahre, vor allem seit dem „Sommer der Migration“, an einem Ort zusammentragen zu können. In ganz Europa und darüber hinaus existieren und stärken sich solidarische Netzwerke und es wird gegen Grenzzäune, Abschottung und Nationalismus gekämpft. Zusammen sind sie eine transnationale Bewegung, die gemeinsam nach Strategien sucht und Freiräume eröffnet um das europäische Grenzregime mit all seinen Auswirkungen aufzubrechen und abzuschaffen.  Der Kontinuität eines selektiven Europas und den Entwicklungen des  vergangenen Sommers steht nun mit dem No Border Camp ein weitere Moment der Solidarität und des gemeinsamen Kampfes für Bewegungsfreiheit entgegen. Hier entstehen Räume des Zusammenkommens, Austauschens und für direkte Aktionen, um auch über das Camp hinaus diese Bewegung weiter zu stärken.

Wir teilen die Ideen des No Border Camps und sehen darin die Chance, Themen und angefangene Baustellen unserer Delegationsreise im Winter weiter zu verfolgen. Wir werden uns erneut mit der aktuellen Situation von Menschen auf der Flucht, vor allem in Thessaloniki, auseinandersetzen und euch davon berichten. Bereits im Winter haben wir uns intensiv mit der Aneignung und Gestaltung von autonomen Räumen beschäftigt. In Thessaloniki stehen das Orfanortrofio, ein Haus, das von Geflüchteten und anderen Aktivist*innen gemeinsam besetzt und verwaltet wird, oder das Micropolis, ein soziales Zentrum im Herzen der Stadt, beispielhaft für diverse solidarische Netzwerke und selbstverwaltete Räume. Außerdem wollen wir unsere bereits vorhandenen Netzwerke und Kontakte aus- und neue aufbauen. Der Schwerpunkt liegt dabei wieder auf selbstorganisierten Projekten von Refugees und Aktivist*innen des antiautoritären Raums. Im Anschluss an die Reise im Januar organisierten wir Solipartys, schrieben Artikel für die ZAG und das AIB (erscheint in der nächsten Ausgabe), hielten Vorträge, tauschten gegenseitig Solidaritätsbekundungen aus und waren zusammen Teil des europaweiten Aktionstages für „Grenzenlose Solidarität“ am 6.2.2016.

Mit dem Anspruch glokal – globale und lokale – emanzipatorische Kämpfe miteinander zu verbinden und gleichzeitig Erfahrungen und Eindrücke vor Ort zu übersetzen, beschäftigten wir uns in Dresden mit der Idee der „social center for all“. Dazu nehmen wir die bundesweiten Bestrebungen dieser Sozialen Zentren in den Blick und stoßen mit den gesammelten Ideen und Strategien auch in Dresden die Diskussion darüber an. In Thessaloniki wollen wir die Chance erneut nutzen, uns tiefer mit den Kämpfen solcher Projekte auseinanderzusetzen, uns auf den neusten Stand bringen zu lassen und gemeinsam nach Strategien zu suchen. Dafür werden wir auf dem Camp mit Genoss*innen aus Italien, Griechenland und Deutschland diskutieren. Wir werden euch darüber auf dem Laufenden halten und spätestens zum Rudolfstraßenfest (3.9.2016, Rudolfstraße, 01097 Dresden) in unserem Workshop davon berichten und die Diskussion mit euch weiterführen. Auf theoretischer Ebene arbeiten wir, mit Blick auf die genannten Praxen, weiterhin an einem Positionspapier für einen antiautoritären Internationalismus und hoffen, dass es im September erscheint.

Wir sind für euch per Mail erreichbar: iz_dresden@riseup.net